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Künstliche Intelligenz, die unter die Haut geht

medaia-Geschäftsführer Michael Tripolt mit SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig (v. l., Credit: SFG)

Der neue ZWT-Mieter medaia (=MEDicalArtificialIntelligenceApplications) nutzt Künstliche Intelligenz, um Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen. Die Steirische Wirtschaftsförderung SFG gibt dem innovativen Start-up als Venture Capital Investor den nötigen finanziellen Rückenwind und ist als Mitgesellschafterin mit an Bord.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von über 20 Prozent erleidet jeder Mensch einmal in seinem Leben eine bösartige Hauterkrankung. Eine rechtzeitige Früherkennung von Hautveränderungen beeinflusst die Heilungschancen maßgeblich. Und hier setzen die medaia-Gründer – der Hautfacharzt Michael Tripolt und weitere Partner – mit ihrer App „Skin Screener“ an. „Wir haben weltweit die erste App entwickelt, welche mittels Künstlicher Intelligenz frühzeitig Hauttumore erkennt und die smarte Ergänzung zur empfohlenen jährlichen hautfachärztlichen Untersuchung darstellt“, so Tripolt. Praktisch funktioniert das so, dass man die betroffene Hautstelle mit der Handykamera fotografiert und die App zeigt über ein einfaches Ampelsystem die Risikostufe an. Der Algorithmus für die App wurde in den letzten Jahren entwickelt und im Rahmen einer umfangreichen medizinischen Studie überaus erfolgreich getestet. Die Zuverlässigkeit der Erkennung einer Hautveränderung liegt beim „Skin Screener“ bei über 90 Prozent. Aktuell befindet sich die App im Zulassungsprozess als Medizinprodukt.

Idealer Standort – vorhandene Dermatologie-Kompetenz
Seit Februar 2020 ist medaia im ZWT angesiedelt. „Der Standort hier ist ideal, weil wir die direkte Nähe zum LKH-Univ. Klinikum Graz und zur Med Uni Graz haben. Auch gibt es hier im ZWT weitere Mieter, die im dermatologischen Bereich arbeiten – ein ideales Netzwerk.“

  • Unter anderem ist mit COREMED – Zentrum für regenerative Medizin ein Experte für Hautalterung, Anti-Ageing, Wundheilung und Narbenbildung angesiedelt.
  • Ein weiterer ZWT-Mieter, der im Wundmanagement aktiv ist, ist das Start-up Qualizyme, das einen Schnelltest für die Früherkennung von Wundinfektionen entwickelt hat.

Risikoeinschätzung über die App
Die App „Skin Screener“ richtet sich an Menschen zwischen 30 und 70, die ihre Haut – in Abstimmung mit einem Arzt – beobachten möchten. Basis dafür ist ein Algorithmus, der über Jahre hinweg mit machine learning trainiert wurde, um ausreichend Daten für eine fundierte Risikobeurteilung zu haben. Die App unterscheidet dabei 3 Stufen: low risk, medium risk und high risk. Null Risiko gibt es streng genommen in der Medizin nämlich nicht, deshalb ist low risk die niedrigste Stufe.

SFG unterstützt innovative Gründungen
Mit einer SFG-Finanzierung im Rücken heißt es für steirische Start-ups „Leinen los“. Im Rahmen des Finanzierungsprogramms „Venture Capital für DurchstarterInnen“ investiert die SFG bis zu 1,25 Millionen Euro Eigenkapital in innovative steirische Start-ups mit hohem Wachstumspotenzial. Dazu SFG-Geschäftsführer Christoph Ludwig: „Die Steiermark ist in Teilbereichen der Künstlichen Intelligenz schon sehr gut aufgestellt, aber viele Nischen könnten noch besetzt werden. Wir werden dazu die erforderlichen Rahmenbedingungen schaffen. Der Bedarf junger Unternehmen nach Eigenkapital steigt, darauf reagieren wir. Als Steirische Wirtschaftsförderung unterstützen und begleiten wir gezielt innovative Gründungen in der Steiermark und beweisen damit unsere Rolle als Vorreiter im Start-up-Ökosystem.“

Medaia GmbH

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