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Neue Labore für COREMED

COREMED erweitert seine Laborräume im ZWT (Credit: JOANNEUM RESEARCH/Bergmann)

In der Forschungsarbeit von COREMED – Kooperatives Zentrum für Regenerative Medizin spielt künstliche Haut eine immer wichtigere Rolle. Das Team rund um Lars-Peter Kamolz erweitert aktuell seine Räumlichkeiten im ZWT um 2 neue Labore.

COREMED ist ein Gemeinschaftsprojekt von JOANNEUM RESEARCH und Med Uni Graz. Im Fokus der Forschung des im ZWT angesiedelten Instituts stehen Auftragsforschung und Grundlagenforschung zu Prozessen der Wundheilung der Haut und der Hautalterung. „Wir beschäftigen uns unter anderem mit der Wundheilung der Haut, mit der Entstehung von chronischen Wunden und den daran beteiligten Prozessen. Dazu müssen natürlich laufend Proben für Analysen aufgearbeitet werden, wozu wir nun in Abstimmung sowohl mit dem JR-Institut HEALTH als auch mit der Med Uni Graz unseren Laborbereich erweitert haben und gerade zwei neue Laboreinheiten fertigstellen“, erläutert Lars-Peter Kamolz, Leiter von COREMED. Eine der Laboreinheiten ist dabei für Zellkulturexperimente gedacht, bei der anderen handelt es sich um ein klassisches molekularbiologisches Labor für Analysen.

Unterschiedliche Modelle für die Herstellung von künstlicher Haut
Immer häufiger führt das mittlerweile 12-köpfige COREMED-Team die Versuche mit künstlicher Haut durch. Forscherin Elisabeth Hofmann: „Es gibt verschiedene Modelle, um künstliche Haut im Labor aufzubauen, und so auf Tierversuche verzichten zu können.“ Zwar kommt künstliche Haut schon seit Jahren zum Einsatz, „die Modelle sind aber noch in jeder Hinsicht ausbaufähig“, so Hofmann. „Man beginnt mit einem Standardprotokoll und versucht dies zu erweitern, mit einer Zellkomponente oder anderen Faktoren.“

Chronische Wunden frühzeitig erkennen
Eines der Grundlagenforschungsprojekte von COREMED und HEALTH (Kooperationsprojekt: „Tec.Reg“ gefördert aus den Mitteln des BMK) beschäftigt sich mit Entzündungsprozessen in der Haut. „Es geht darum konkrete Entzündungsparameter zu messen, zu definieren und zu objektivieren, sodass man eine Entzündung in der Haut effektiver messen kann. Grundsätzlich ist eine Entzündung ja eine normale Reaktion des Körpers, etwa bei einer Verletzung, damit die Wunde wieder heilt. Entscheidend ist aber zu erkennen, wenn die Entzündung entgleist und sich die Wunde hin in Richtung chronische Wunde entwickelt, die dann nicht mehr zuheilt.“

Diabetes und Blutdruck als Risikofaktoren
In einer Gesellschaft, die zunehmend älter wird, sind chronische Wunden ein Problem mit steigender Tragweite – nicht nur bei älteren, bettlägerigen Menschen. „Krankheiten wie Diabetes bringen ein erhöhtes Risiko für chronische Wunden mit sich, auch Menschen mit ausgeprägt hohem Blutdruck neigen eher zu chronischen Wunden“, nennt Hofmann Beispiele. Umso wichtiger daher, chronische Entzündungen möglichst früh zu erkennen und im besten Fall zu verhindern.

Trotz Verzögerungen alles auf Kurs
Die Forschungsarbeiten von COREMED laufen auch in der aktuellen Situation weiter – aus dem Homeoffice bzw. im Labor mit den vorgegebenen Sicherheitsabständen. Bei der Einrichtung der neuen Labore waren Verzögerungen naturgemäß nicht zu vermeiden: „Es gab einige Lieferschwierigkeiten bzw. konnten die Monteure nicht wie geplant anreisen. Der Zeitplan konnte nicht ganz eingehalten werden, aber dennoch läuft alles weiter“, so Hofmann, die der aktuellen Situation auch Positives abgewinnen kann. „Wir haben aktuell mehr Zeit für Datenanalysen und ausführliche Literaturrecherche, was eine wichtige Vorbereitung für künftige Projekte ist.“

JOANNEUM RESEARCH unterstützt in der Erforschung von COVID-19
Ein weiteres Institut von JOANNEUM RESEARCH, das im ZWT angesiedelt ist, ist HEALTH. Dieses ist spezialisiert auf Dienstleistungen im Rahmen klinischer Studien – auch was die Erforschung von COVID-19 angeht. Es kann Expertise in den Bereichen Klinisches Datenmanagement, Biostatistik und Bioanalytik bereitgestellt werden. Nähere Infos …

Darüber hinaus hat COREMED im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Med Uni Graz die Testung des Prototyps für ein druckkontrolliertes, invasives Beatmungsgerät unterstützt. Dieses wurde von HAGE Sondermaschinenbau entwickelt – hauptsächlich, um im Falle einer Überlastung des Gesundheitssystems aufgrund der COVID-19 Pandemie Intensivstationen unterstützen zu können (siehe Artikel auf KleineZeitung.at).

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