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Neues NoTube-Angebot: Netcoaching für Mädchen mit Anorexie

Marguerite Dunitz-Scheer und ihr Team von Notube richten ihr Angebot nun auch an Mädchen, die von Magersucht betroffen sind (Credit: ZWT/Lunghammer).

Aufgrund der positiven Unternehmensentwicklung ist NoTube dem ZWT bereits „entwachsen“. Nun erweitert das Start-up abermals sein Angebot: Mit einem innovativen telemedizinischen Behandlungsangebot für Jugendliche mit Anorexia Nervosa (Magersucht) betreut das NoTube-Team seit Beginn der Covid-Krise auch jugendliche Betroffene und deren Familien.

Bereits seit 2009 behandelt NoTube Essstörungen bei Babys und Kleinkindern aus aller Welt online und zählt damit zu den Vorreitern in der Telemedizin. Seit 2015 betreibt der ehemalige ZWT-Mieter zusätzlich auch ein eigenständiges Ambulatorium „Esslernschule“ für frühkindliche Essstörungen. Neben Kleinkindern und ihren Familien richtet man sich nun auch an Jugendliche: „Mit unserem telemedizinischen Angebot für anorektische Mädchen sind wir die Ersten in Österreich. Die Telemedizin hat hier großes Potenzial, weil es letzten Endes ja darum geht, das Verhalten im Alltag, also Zuhause, nachhaltig zu verändern und über den Bildschirm können wir täglich mit dabei sein“, erläutert Marguerite Dunitz-Scheer, gemeinsam mit ihrem Mann ehemalige Leiterin der psychosomatischen Station an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Univ.-Klinikum Graz und NoTube-Gründerin. „Die Basis für die Behandlung sind die international anerkannten MARSIPAN-Kriterien. Zusätzlich baut unser Konzept auf hohe Autonomie bzw. Mitspracherecht für die Patienten, gemeinsam mit einem seit Jahren klinisch erprobten verhaltenstherapeutisch modifizierten Gewichtsmanagement. Die Bedingung ist, dass täglich 70 bis 100 Gramm zugenommen werden.“

Eigenverantwortung der Patienten
Ganz wichtig dabei ist der „informed consent“, so die Medizinerin. „Es spielt für den Behandlungserfolg eine große Rolle, ob die Mädchen selbst der Behandlung zustimmen. Wir sprechen hier mit den Eltern und den Mädchen getrennt und nur wenn beide die Therapie auch wollen, behandeln wir beide. Wenn zum Beispiel nur die Eltern das wollen, beraten wir auch nur die Eltern.“

Zu starke Rücksichtnahme ist kontraproduktiv
Wie kann man sich eine telemedizinische Behandlung von Anorexie konkret vorstellen? Eltern und Jugendliche werden jeder über eine eigene Kommunikationsplattform angesprochen. Die Mädchen müssen während des NetCoachings täglich unter Aufsicht zuhause und mindestens einmal wöchentlich von einem niedergelassenen Arzt gewogen und untersucht werden. Die Ernährung wird genau dokumentiert und mit den NoTube-Mitarbeitern besprochen, genauso wie alle anderen Fragestellungen, die sich im Alltag ergeben. „Das kann etwa sein, dass man mit der Mutter bespricht, dass eine zu starke Rücksichtnahme kontraproduktiv ist. In vielen Familien ist es ja so, dass das magersüchtige Mädchen den Alltag bestimmt und dass beim Kochen viel zu stark auf sie eingegangen wird. Das ist zwar sehr gut gemeint, aber kontraproduktiv – das wäre ähnlich, wie wenn man einem Alkoholiker sein Bier nachhause bringt“, beschreibt Dunitz-Scheer ein mögliches Thema in der Psychotherapie.

Privatambulatorium von NoTube
Das NoTube-Team ist in den letzten Jahren stark gewachsen und besteht mittlerweile aus 20 Personen. Das NetCoaching für anorektische Mädchen wird von NoTube als privatambulatorische Leistung angeboten, einige private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten auch zur Gänze.

www.notube.com

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