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Wie sicher sind Medikamente für Schwangere?

BBMRI-ERIC ist einer von 88 Partnern, die im Rahmen des Projekts ConcePTION die Sicherheit von Medikamenten für Schwangere erhöhen wollen.(Credit: Fotolia)

Rund 5 Millionen schwangere Frauen gibt es jährlich in der Europäischen Union – allerdings sehr wenige Daten zur sicheren Nutzung von Medikamenten für diese Personengruppe. Mit dem IMI2-Projekt ConcePTION, an dem auch der ZWT-Mieter BBMRI-ERIC mitarbeitet, soll sich das ändern. Es geht darum, evidenzbasierte Informationen über die Sicherheit von Medikamenten für Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit zu generieren.

88 Organisationen aus 22 Ländern beteiligen sich an diesem interdisziplinären Projekt, das noch bis 2024 läuft. Auch BBMRI-ERIC, das im ZWT in Graz angesiedelte Hauptquartier des Netzwerks von über 600 europäischen Biobanken, ist Teil des Projektteams. „Wir bringen in 2 Arbeitspaketen („work-packages“) unser Fachwissen für die Bereiche Qualitätsmanagement und IT & Daten-Verwaltung mit ein“, erläutert Daniela Krasser von BBMRI-ERIC.

Umfragen unter Schwangeren
ConcePTION läuft seit April 2019. Krasser gibt einen Einblick in die ersten Schritte: „Zuerst ging es um eine Bestandsaufnahme. Welche Daten und Infos zur Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit gibt es überhaupt? Welche Richtlinien gibt es dazu?“ Im Zuge von europaweit durchgeführten Umfragen mit Frauen und medizinischem Fachpersonal wurde eruiert, welche Daten und Informationen überhaupt relevant sind. „Diese Umfragen haben ganz deutlich den großen Aufholbedarf gezeigt. Es gibt sehr wenige Daten, obwohl die Gruppe der Schwangeren in der EU mit rund 5 Millionen Personen jährlich sehr groß ist. Es besteht große Unsicherheit betreffend der Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft bzw. während der Stillzeit.“

Erstmals wird Brustmilch-Biobank aufgebaut
Um dies zu ändern, wird im Rahmen von ConcePTION u. a. eine EU-weite Brustmilch-Biobank für Studien über Medikamenten-Übertragung in die Muttermilch und für Forschungszwecke umgesetzt. Diese soll es erstmals ermöglichen, umfangreiche Forschungen mit Brustmilch durchzuführen. Durch die bessere Nutzung vorhandener Gesundheitsdaten aus der routinierten Praxis in Verbindung mit verbesserten Methoden zur Erfassung von Patientendaten und durch neue Forschungsfunktionen zur Messung der eventuellen Medikamentenrückstände in der Muttermilch soll die Informationslücke geschlossen werden.

Richtlinien für Mediziner und Schwangere
In den kommenden Monaten von ConcePTION (Jahr 2-4) werden die „Demonstration Stu-dies“ durchgeführt. „Wir werden in den kommenden Monaten von den Studienteilnehmerinnen Brustmilch- und Blut-Proben entnehmen, und diese auf die Übertragung von Medikamenten analysieren. Diese Forschungsergebnisse werden dann unter anderem in die Qualitätshinweise und Richtlinien miteinfließen.“

Nähere Infos: www.imi-conception.eu

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