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Watson, wir haben das Problem gelöst

Je größer der Heuhaufen, desto schwieriger findet man die Nadel. Grundsätzlich zwar gut für den Patienten, dass es immer mehr medizinische Forschungen und Befunde – und damit Daten – gibt. Umso mehr braucht es aber analytische Werkzeuge, mit denen man jene Daten findet, die dem einzelnen Patienten am meisten bringen. Das Unternehmen AIMC entwickelt diese im ZWT mit Unterstützung durch Open Source-, SAP Medical Research Insights- und IBM-Watson-Technologien. Dass es sich dabei um einen immens zukunftsträchtigen Bereich handelt, bestätigt die neue Beteiligung durch die Kapsch BusinessCom.

„AIMC ist die perfekte Ergänzung in unserem digitalen Ecosystem“, so Jochen Borenich, Vorstand Kapsch BusinessCom, zur 25-prozentigen Beteiligung der Kapsch BusinessCom an AIMC seit 2017. „Bei allen Digitalisierungsprojekten und IoT-Lösungen geht es letztendlich darum, Daten zu generieren und auszuwerten, um daraus Handlungen und Aktivitäten abzuleiten. Wir haben mit AIMC bereits einige gemeinsame Projekte in der Pipeline.“

Technik für die personalisierte Medizin
AIMC hat neben dem Standort im ZWT in Graz einen weiteren Standort in Wien, beschäftigt insgesamt 10 hochspezialisierte Mitarbeiter und ist Embedded Solution Partner für IBM Watson Explorer. Besonders stark nachgefragt werden die Leistungen von AIMC im Bereich der personalisierten Medizin.
Diese ist ein Forschungsschwerpunkt der Medizinischen Universität Graz, zahlreiche Humantechnologie-Unternehmen in der Steiermark beschäftigen sich damit und auch das K1-Kompetenzzentrum CBmed forscht intensiv an diesem Thema.

Viele Möglichkeiten für Kooperationen
AIMC-Geschäftsführer Martin Weigl: „Dass es diesen Fokus in der Steiermark gibt, war für uns ein wesentlicher Grund für die Ansiedelung im ZWT im März 2016. Wir sind nur wenige Meter von unseren Partnern entfernt, durch die direkte Verbindung mit dem MED CAMPUS und dem LKH-Univ. Klinikum Graz ergeben sich außerdem viele Möglichkeiten für neue Kooperationen.“

Aktuelles Projekt gemeinsam mit Kapsch BusinessComm
Von 1989 bis 2008 wurden in der Pathologischen Abteilung der Medizinischen Universität Graz insgesamt 6.322 Leberfälle befundet und archiviert. Das umfasst ca. 19.000 Gewebeschnitte inklusive Beschreibungen der Veränderungen und Diagnosen der Befunde.

  • Das Ziel dieses Projekts ist es, aus den befundeten Leberfällen einen internationalen und globalen Referenzdatensatz zu generieren und diesen Lehrenden, Studierenden, Ärzten in Ausbildung, Fachärzten und Forschenden zugänglich zu machen. In dem Referenzdatensatz soll nach Inhalten wie morphologischen Merkmalen, Diagnosen, etc. gesucht werden können.

Krankheitsverläufe analysieren
„Eine zentrale Aufgabe in der personalisierten Medizin ist es, Biomarker zu analysieren, mit denen Krankheiten frühzeitig erkannt und daher besser therapiert werden können. Ein Biomarker ist etwa ein bestimmtes Hormon oder ein Gen“, erläutert Geschäftsführer Weigl, der vor der Gründung von AIMC u.a. Verkaufsdirektor bei IBM war. „Man muss dazu verschiedene Krankheitsverläufe vergleichen, um darin Parallelen zu erkennen und für diese Analysen bietet AIMC die erforderlichen IT-Systeme an.“

Geheimhaltungspflicht bleibt gewahrt
So werden etwa Arztbriefe, OP-Berichte, Pflegedokumente, Artikel über Forschungsergebnisse etc. nach bestimmten Kriterien analysiert. Damit lassen sich Korrelationen finden, etwa dass ein erhöhter Wert X in einem Blutbefund mit einem erhöhten Risiko für Komplikation Y während einer Operation einhergeht. Weigl betont: „Die medizinische Geheimhaltungspflicht wird dabei natürlich gewahrt. Ein Rückschluss auf den Patienten ist nicht möglich.“

Wissenschaftliche Publikationen durchsuchen
Außerdem ist es möglich, wissenschaftliche Publikationen zu durchsuchen. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um bestimmte Suchbegriffe, sondern auch um die Analyse des Umfelds, beispielsweise ob in einer Vielzahl an Artikeln zum Forschungsthema A von Faktor B berichtet wird, da dies auf Zusammenhänge hinweist bzw. Forschungsergebnisse, die als Basis für weitere Untersuchungen dienen können.

Semantische Datenextraktion
Basis für die AIMC-Systeme sind Data Science Regel basierte Systeme wie z.B. IBM Watson Explorer, aber auch Machine Learning- und Deep Learning-Technologien, die eine semantische bzw. intelligente Suche und Analyse ermöglichen. „Bei der semantischen Suche wird nicht stur nach einem Wort gesucht, sondern es wird gewissermaßen das menschliche Denken nachgeahmt, das Vorwissen und Assoziationen berücksichtigt.“ Erkenntnis aus dem geschriebenen Zusammenhang!

Zum Angebot von AIMC zählt auch Beratung im Bereich der Medizintechnik, etwa bei der Entwicklung von neuen Geschäftsideen.

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