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Mit Sicherheit gut vernetzt

Die Proben werden in der Biobank der Med Uni Graz Graz unter strengen Qualitäts- und Sicherheitskriterien gelagert (Credit: Med Uni Graz).

Mehrmals täglich ist Pathologe Stephan Jahn für die Biobank der Med Uni Graz im ZWT im Einsatz, um für die fachgerechte Probenentnahme zu sorgen. Die enge Vernetzung zwischen den Pathologen und der Biobank Graz ist essentiell, um Probenqualität und Patientensicherheit auf höchstem Standard zu garantieren. Doch wie konkret läuft das in der Praxis ab?

Mit rund 200 Mitarbeitern gehört das Diagnostik- & Forschungs- (D&F) Institut für Pathologie an der Med Uni Graz zu den größten Pathologieinstituten Europas. „Derzeit arbeiten rund 15 Forschungsteams in verschiedensten Bereichen der klinischen Forschung und der Grundlagenforschung“, erläutert Institutsleiter Gerald Höfler. Dabei wird eng mit der Biobank der Med Uni Graz und BBMRI.at sowie BBMRI-ERIC im ZWT kooperiert. Pathologe Stephan Jahn gibt einen Einblick in den Forschungsalltag: „Ich werde vom Biobank-Team mehrmals täglich kontaktiert mit der Bitte, zu evaluieren, ob eine Probenentnahme möglich ist. Es braucht Fachkompetenz und Erfahrung, um zu beurteilen, ob das möglich ist und wenn ja, von welcher Stelle des Präparats. Dabei stehen für uns Patientensicherheit und Probenqualität im Vordergrund“, betont Jahn, der auf Gynäkopathologie und Molekularpathologie spezialisiert ist.

Diagnostik darf nicht gefährdet werden
„Es ist beispielsweise möglich, dass ich ein Präparat einschneide und erkenne, dass ich das vom Kliniker vermutete Karzinom mit freiem Auge nicht sicher identifizieren kann“, so Jahn weiter. „Eine solche Probe kann nicht zur Materialentnahme verwendet werden, da zuerst unter dem Mikroskop geklärt werden muss, ob bei dieser Patientin bzw. diesem Patienten tatsächlich ein Karzinom vorliegt. Die Diagnostik für die Patientin bzw. den Patienten hat hier absoluten Vorrang. Andererseits kann ich von einem größeren, gut sichtbaren Tumor, problemlos einen Teil zur Biobankasservierung abgeben.“

Enge Vernetzung in der Medical Science City Graz
Die Proben werden in der Biobank Graz unter strengen Qualitäts- und Sicherheitskriterien gelagert. „Wir sind ein aktives Bindeglied zwischen Forschung, Medizin und Wirtschaft, um akademische und industrielle Forschungspartner bestmöglich dabei zu unterstützen, neue Therapieansätze und Diagnoseverfahren zu etablieren“, sagt Christian Gülly, Leiter der im ZWT angesiedelten Biobank der Med Uni Graz. Nähere Einblicke in die Arbeit der Biobank der Med Uni Graz geben auch die folgenden Videos:

Voraussage von Mammakarzinomen
Mit der Therapie bzw. der Erkennung von Brustkrebs beschäftigen sich Stephan Jahn und sein Team in ihrer Forschungsarbeit – unter anderem mit der molekularen Voraussage der Prognose von Mammakarzinomen. Jahn erläutert: „Wir haben verschiedene molekulare Tests für die Vorhersage der Rezidiv-Wahrscheinlichkeit, also des Wiederauftretens, von Mammakarzinomen verglichen. Dabei wurden die Vor- und Nachteile analysiert und auch die Abhängigkeit von klinischen Parametern in unterschiedlichen Settings. Man kann das Risiko grundsätzlich klinisch, aber auch molekular einschätzen. Manche Tests benützen sowohl die klinische, als auch die molekulare Einschätzung. Andere stützen sich rein auf die molekulare Einschätzung. Die Tests sind je nach Patientengruppe dementsprechend unterschiedlich aussagekräftig. Es zeigte sich unter anderem, dass sogenannte First-Generation-Tests in Patientenkollektiven mit bekannt hohem klinischen Risiko mehr zusätzliche Aussagekraft besitzen.“ Das Forschungsteam hat dazu im British Journal of Cancer publiziert (https://doi.org/10.1038/s41416-020-0838-2).

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